Rolf Schneider hat neulich im Deutschlandradio Kultur ein politisches Feuilleton zum Thema „Metaphern sind Glücksache“ verfaßt. Er schrieb und sprach:
Eine gegenwärtige Vorzugsmetapher ist die Schnittmenge. Sie steht als Synonym für Gemeinsamkeit. Das hört sich etwa so an: Wir müssen prüfen, welche Schnittmengen wir mit denen haben. Der Ursprung des Begriffes ist in der Agrartechnik zu suchen. Beim Abernten eines Feldes per Werkzeug oder Maschine entsteht eine bestimmte Menge an gemähtem Korn oder Gras. Was die Benutzer der metaphorischen Schnittmenge anlangt, so meinen sie: gemeinsame Schnittmenge, was sie aber meistens nicht sagen. Jedenfalls wollen sie die partielle inhaltliche Übereinstimmung mit einem politischen Gegenüber ausdrücken.
Auch die gemeinsame Schnittmenge ist in der Landwirtschaft zu suchen. Zwei Parten, das wären zwei Besitzer, ernten zusammen eine einzige Fläche mit Feldfrüchten ab. Warum eigentlich sollten sie das tun? Sie kämen einander bloß in die Quere. Ernten wird deshalb bloß einer von beiden, und hinterher wird die Ernte geteilt. Oder sollen wir die Metapher in der Polygraphie orten? Wo beim Beschneiden von Buchblocks eine Menge von Schnitzeln anfällt, die reine Wegwerfware sind? Sagen wir es rundheraus: Die Verwendung der Metapher Schnittmenge ist nichts als verbaler Schrott.
Phillip von Make schreibt über den Streik der Drehbuchautoren und dessen „Vorteile“: anscheinend gibt es viele Leute, die ihre Lieblingssendungen nicht sehen können und daher vor Langeweile ihr Werkzeug herausholen und was machen – z.B. eine Fernseherbar. Phillip meint auch, daß die Leute sich vielleicht wieder mehr mit anderen, wichtigen Sachen beschäftigen: Freunden, Familie, Politik. Kommt dir das alles nicht von Free Rainer bekannt vor?
Tja, für mich wäre es vielleicht hilfreich, wenn diese ganzen Blogger von engadget oder TUAW mal streiken würden. Wer weiß, vielleicht würde ich die kalte Kernfusion in unserem Backofen zusammenbasteln (aus diesen undefinierbaren Resten, wohl von einer Pizza und der Katze).
Nun bin ich also zurück von der Demo. Nachdem entgegen der Erwartungen weit mehr als 10.000 Menschen in Berlin gegen Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und gläsernen Bürger auf die Straße gingen, bin ich von der Resonanz in den Medien eher enttäuscht. Im DLF wurde die Demo immerhin in den Nachrichten erwähnt. Auf SpiegelOnline wird das Thema totgeschwiegen (stattdessen sind dort Demos in Birma wichtiger).
Es kommt ein wenig kurzfristig, aber für alle, die es noch nicht wissen: http://www.freiheit-statt-angst.de/ – am Sonnabend, 22.9.07, 14h30, findet in Berlin am Brandenburger Tor eine Demo gegen den ausufernden Überwachungsstaat statt. Die Details könnt ihr auf o.g. Seite nachlesen. Et is wichtich, daß ihr kommt!
Das BKA schüchtert Verfechter des Datenschutzes ein. Karsten N., ehemaliger Betreiber eines Anonymisierungsservers, scheibt auf der Tor-Mailingliste:
Hallo,
ich bin einer von ca. 200 deutschen TOR-Admins (gewesen). Mein TOR-Server “knuffel” ist seit gestern offline. Mein Mixmaster-Remailer wird nach kurzer Übergangsfrist den Betrieb einstellen.
Kurzer Abriß der Ereignisse:
Vor einem halben Jahr hatte ich das erste Mal Kontakt mit dem BKA Wiesbaden. Der Hoster meines Servers erhielt einen Brief vom BKA und kündigte daraufhin den Vertrag fristlos. Der Inhalt des Schreibens ist mir nicht bekannt, es soll sich um eine Anfrage gem. §113 TMG gehandelt haben. Dank der Intervention der Presse war der Server kurze Zeit später wieder online.
Frischfleisch fürs Rathaus
Wieviele tschechische Huren passen da wohl „diskret“ rein? Ob Burkhard Jung nichts von seinem Amtsvorgänger Tiefensee gelernt hat? Oder doch zu viel? Zitat Jung: „Menschen finden in Leipzig auf vielfältige Art [...] großartige Freizeit-, Betätigungs- und Kulturmöglichkeiten.“
Neulich im Kino: Es läuft die Werbung des australischen Tourismusvereins. Es ist ein Video mit dem suggestiven Titel „So where the bloody hell are you?“. Man sieht hübsche stereotype Bilder, hört nette Australier in ihrem putzigen Englisch nette Dinge sagen wie „We've saved you a spot on the beach“.
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