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Schnittmengen sind verbaler Schrott?

Rolf Schneider hat neulich im Deutschlandradio Kultur ein politisches Feuilleton zum Thema „Metaphern sind Glücksache“ verfaßt. Er schrieb und sprach:
Eine gegenwärtige Vorzugsmetapher ist die Schnittmenge. Sie steht als Synonym für Gemeinsamkeit. Das hört sich etwa so an: Wir müssen prüfen, welche Schnittmengen wir mit denen haben. Der Ursprung des Begriffes ist in der Agrartechnik zu suchen. Beim Abernten eines Feldes per Werkzeug oder Maschine entsteht eine bestimmte Menge an gemähtem Korn oder Gras. Was die Benutzer der metaphorischen Schnittmenge anlangt, so meinen sie: gemeinsame Schnittmenge, was sie aber meistens nicht sagen. Jedenfalls wollen sie die partielle inhaltliche Übereinstimmung mit einem politischen Gegenüber ausdrücken.
Auch die gemeinsame Schnittmenge ist in der Landwirtschaft zu suchen. Zwei Parten, das wären zwei Besitzer, ernten zusammen eine einzige Fläche mit Feldfrüchten ab. Warum eigentlich sollten sie das tun? Sie kämen einander bloß in die Quere. Ernten wird deshalb bloß einer von beiden, und hinterher wird die Ernte geteilt. Oder sollen wir die Metapher in der Polygraphie orten? Wo beim Beschneiden von Buchblocks eine Menge von Schnitzeln anfällt, die reine Wegwerfware sind? Sagen wir es rundheraus: Die Verwendung der Metapher Schnittmenge ist nichts als verbaler Schrott.


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